Manchmal merkt man erst, wie einsam man wirklich ist, wenn man aufhört, sich zu verstecken.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich immer wieder zum Schreiben zurückkehre — auch wenn wir beide längst wissen, dass unsere Beziehung alles andere als unkompliziert ist.
Trotz dieses schwierigen Verhältnisses habe ich schon früh gemerkt, dass Schreiben für mich mehr ist als Worte auf Papier. Es ist ein Rückzugsort, wenn die Welt zu laut wird und die Gedanken zu schwer.
Doch so sehr ich das Schreiben brauche, so sehr fürchte ich es auch.
Denn Schreiben bedeutet, sich zu zeigen.
Und genau das fällt mir schwerer, als ich zugeben will.
Vielleicht, weil Offenheit heute selten geworden ist.
Vielleicht, weil wir in einer Welt leben, in der alles perfekt wirkt und jeder glaubt, funktionieren zu müssen.
Und vielleicht, weil Wahrheit ihren Preis hat.
Trotzdem sitze ich jetzt hier.
Nicht, weil ich sicher bin, was ich sagen möchte — sondern weil ich es satt habe, alles in mir einzusperren.
Ich schreibe nicht, um zu beeindrucken.
Nicht, um perfekt zu wirken.
Ich schreibe, weil ich es brauche.
Und weil ich hoffe, dass irgendwo da draußen jemand sitzt, der zwischen meinen Zeilen etwas findet, das er kennt.
Vielleicht beginnt hier kein Meisterwerk.
Vielleicht nicht einmal eine klare Linie.
Aber vielleicht beginnt hier etwas Echtes.
Willkommen in diesem kleinen Winkel meines Universums.
Ich freue mich, dass du hier bist. Wirklich.

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